GEW-Tagung 2006

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Heinz Sauermann

Heinz Sauermann wurde am 17.03.1905 geboren und wuchs als Sohn eines Textilhändlers in Bielefeld auf.

Zunächst studierte er in Freiburg, Wien und Paris Musikwissenschaft, dann Soziologie und Nationalökonomie.

Im Alter von 22 Jahren promovierte er bei Othmar Spann.

1929 wurde er Mitarbeiter am "Institut für angewandte Soziologie" in Berlin unter Karl Dunkmann.

Nach der Beendigung seiner Habitilationschrift "Die Gestalt des Unternehmners" wechselte er 1937 nach Frankfurt, wo er, wie auch in Göttingen, Heidelberg und Gießen, volkswirtschaftliche Lehrveranstaltungen gab.

Nach Kriegsende wurde er von alliierten Militärbehörden als Berater herangezogen, vor allem zur Vorbeitung der Währungsreform.

Nach einem längeren Aufenthalt in den USA 1949  konnte er an die internationale Entwicklung in der Forschung während der deutschen Abschottung anschließen und diese Kenntnisse für Lehre und Forschung in Frankfurt nutzen.

Er sorgte dafür, dass Frankfurter Ökonomen eine Mathematik- und Informatikausbildung erhielten und gab jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit, sich auf neuen Gebieten zu qualifizieren und zu forschen.

Sauermann arbeitete u.a. mit dem späteren Nobelpreisträger Reinhard Selten, mit dem er auch die ersten Oligopolexperimente durchführte. Sauermann und Selten begründeten die experimentelle Wirtschaftsforschung in Deutschland, die inzwischen international von großer Bdeutung ist.

Kurz vor seinem Tod am 27.05.1981 erhielt Heinz Sauermann den Ehrendoktor der Universität Heidelberg. Zu seinen Ehren vergibt die von ihm gegründete Gesellschaft für Experimentelle Wirtschaftsforschung seit 1989 alle zwei Jahre den "Heinz Sauermann-Preis zur experimentellen Wirtschaftsforschung" an junge Wissenschaftler.