Liebe Internetnutzer,
liebe Studierende,
an unserer Fakultät gibt es zwei Lehrstühle, die in ihrem Namen das Wort "international" führen. Es sind dies
Beide Lehrstühle beschäftigen sich mit dem, was in der Öffentlichkeit unter dem Begriff Globalisierung zusammengefasst wird.
Wollen Sie sich über das Internationale Management informieren, so klicken Sie bitte die Homepage des Lehrstuhls für Internationales Management meiner Kollegin Wolff an (www.ww.uni-magdeburg.de/bwl2). Wollen Sie über die Internationale Wirtschaft mehr wissen, so lesen Sie einfach weiter.
Bevor Sie eine dieser Alternativen wählen, habe ich aber noch eine Bitte: Vergessen Sie nicht, dass die Globalisierung stets zwei ökonomische Seiten hat, eine betriebs- und eine volkswirtschaftliche. Darauf legen wir in Magdeburg großen Wert - in einer Fakultät, die seit ihrer Gründung im Jahr 1993 die methodische Einheit der Wirtschaftswissenschaft als eines ihrer Leitbilder ansieht.
Ihr
Karl-Heinz Paqué
Profil: Der Lehrstuhl für Internationale Wirtschaft
Was uns fasziniert.
Am Anfang der Wissenschaft steht die Faszination. Unser zentrales Thema ist die Globalisierung, und die ist faszinierend. Es gibt wohl wenig Themen, die in der Öffentlichkeit so intensiv und kontrovers diskutiert werden wie die Globalisierung in all ihren ökonomischen Erscheinungsformen. Mehr internationaler Handel mit Gütern und Dienstleistungen, mehr weltweiter Kapitalverkehr und mehr Standortwettbewerb um Arbeitsplätze und Arbeitskräfte - das sind zentrale Herausforderungen für die Wirtschaft, für die Politik und besonders auch für die Wissenschaft.
Es geht dabei zunächst um die Ursachen dieser Trends: sinkende Transportkosten, lange Zeit niedrige Energiepreise, eine geradezu explosionsartige Verbesserung der weiträumigen Kommunikation durch Digitalisierung und Internet und schließlich die Liberalisierung von Märkten, wie sie seit den 1980er Jahren zu beobachten ist. Werden diese Entwicklungen so weitergehen? Oder werden sie sich verstärken, abschwächen oder zum Teil gar umkehren, etwa durch eine zunehmende Knappheit von Energie und Ressourcen oder eine Rückkehr zum Protektionismus?
Es geht aber auch und vor allem um die Folgen der Globalisierung. Führt die zunehmende Handelsverflechtung zu mehr oder zu weniger Wohlstand? Hilft sie mehr den armen oder den reichen Ländern der Welt? Sorgt sie für mehr oder für weniger Ungleichheit der Einkommen und Arbeitslosigkeit innerhalb der Industrieländer? Bringt das Zusammenwachsen der Kapitalmärkte niedrigere Zinsen? Führt es zu mehr und zu stärkeren weltweiten Finanzkrisen? Kommt es zu erratischen Schwankungen der Wechselkurse?
Schließlich geht es um die Reaktion der Wirtschaftspolitik. Soll die Globalisierung passiv hingenommen oder aktiv gestaltet werden? Soll man sie gar in Einzelbereichen offensiv befördern oder defensiv bekämpfen? Braucht es eine nationale Regulierung der Marktkräfte? Wo liegen die neuen Aufgaben der großen internationalen Organisationen - vom Internationalen Währungsfonds über die Weltbank bis zur Welthandelsorganisation? Welche Rolle spielen Bildungs- und Gesellschaftspolitik bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen?
Dies sind einige Beispiele für Fragen, wie sie am Lehrstuhl für Internationale Wirtschaft gestellt werden. In der Lehre und in der Forschung wollen wir Fragen wie diese auch beantworten - mit Hilfe theoretischer Modelle, empirischer Analyse und historischer Interpretation, je nachdem, was der Sache im Einzelfall angemessen ist.
Was wir bieten.
Das Lehr- und Forschungsprogramm unseres Lehrstuhls ist auf die Fragen der Globalisierung ausgerichtet:
Ziel der Lehre ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, um die volkswirtschaftlichen Fragen der Globalisierung richtig zu stellen und möglichst überzeugend zu beantworten. Dazu bedarf es einer umfassenden theoretischen, historischen und empirischen Ausbildung. Dafür liefert dieser Lehrstuhl wichtige Bausteine. Die theorische Ausbildung konzentriert sich auf die üblichen Modelle der Theorie des internationalen Handels und der Theorie der internationalen Finanzbeziehungen, die historische Ausbildung auf die Entwicklung der Weltwirtschaft seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, und die empirische Ausbildung auf eine Einführung in die Methoden der Ökonometrie. Wie das Lehrprogramm im einzelnen aussieht, entnehmen Sie bitte der Einführungsseite "Studium" auf dieser Hompage.
Ziel der Forschung ist es, ausgewählte Fragen der Globalisierung mit Hilfe theoretischer, empirischer und/oder historisch-interpretierender Analysen zu beantworten. Die Methodik ist dabei grundsätzlich offen. Sie hängt davon ab, was im Einzelfall angemssen und vielversprechend ist. Das Spektrum der Themen ist dabei weit gefasst. Es reicht von den klassischen Feldern des internationalen Handels und der internationalen Finanzen bis hin zu Fragen aus ganz anderen Bereichen, die aufgrund aktueller Entwicklungen für die Globalisierung von großer Bedeutung sind. So ist u. a. ein Schwerpunkt in der Bildungsökonomik geplant, bei dem die Wirkungen aktueller Schulreformen in Deutschland auf die Qualität und Marktfähigkeit der Ausbildung untersucht werden. Und es gibt Analysen der Steuerpolitik gegenüber dem gemeinnützigen Sektor, der im Zuge der Globalisierung immer mehr an Gewicht gewinnt.
Was wir fordern.
Wer bei uns studiert oder mit uns arbeitet, der muss die üblichen Qualifikationen als Studierende(r) der Volks- oder Betriebswirtschaftslehre aufweisen. Dazu zählen insbesondere auch gute Englischkenntnisse: Die meisten der Vorlesungen am Lehrstuhl werden auf Englisch gehalten, und die benutzte Literatur zu Weltwirtschaft und Globalisierung ist überwiegend in Englisch verfasst.
Darüber hinaus sollte der/die Studierende drei weitere Dinge mitbringen, nämlich Begeisterung für das Thema, Motivation zum Lernen und Freude an der Diskussion: