Mit der Reform der Verkürzung der Gymnasialschulzeit bei gleicher Qualifizierung der Schüler hat das Land Sachsen-Anhalt früher als andere Länder eine Strategie zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen an Qualifikation und Flexibilität der Beschäftigten im Bildungssystem vorgelegt. Dies ist ein wichtiger Schritt, da sich die Wettbewerbsfähigkeit eines Bildungssystems nicht mehr allein national, sondern immer stärker international beweisen muss - in einer Zeit globaler Märkte und eines beschleunigten technologischen Wandels.
Die Ziele, die in diesem Kontext verfolgt werden, umfassen beispielsweise die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Absolventen, die Möglichkeiten eines früheren Starts ins Berufsleben sowie bessere Chancen im Arbeitsmarkt. Genau deshalb bedarf es baldmöglichst gesicherter empirischer Erkenntnisse, wie die Reform im Hinblick auf ihre Ziele gewirkt hat und wahrscheinlich weiter wirken wird.
Beginn: 2009
Aus der Reform ergeben sich insbesondere vier zentrale Fragen, die in einem Forschungsprojekt untersucht und - wenn möglich - beantwortet werden sollen:1. Welche Wirkungen hat die Reform auf die sog. Schlüsselkompetenzen, also
Die erste Welle der Erhebung ist im Feld und wurde Ende März abgeschlossen werden. Sobald aus der Auswertung der Daten erste Ergebnisse ermittelt werden können, werden diese hier präsentiert.
2. Auswirkung des internationalen Handels auf die Arbeitsnachfrage nach
Geringqualifizierten (Bearbeiterin: Dipl.-Vw. Elisabeth Kutschka)
Inhalt
In den letzten dreißig Jahren hat sich die Arbeitsmarktlage von Geringqualifizierten in einem Großteil der Industrieländer kontinuierlich verschlechtert, was sich entweder in steigender Lohnungleichheit (z.B. USA) oder einer überproportional hohen Arbeitslosigkeit (z.B. Deutschland) bemerkbar machte. Zur gleichen Zeit verzeichneten viele Industrieländer aufgrund einer zunehmenden Handelsliberalisierung u.a. im Zuge des GATT und reduzierter Transport- und Kommunikationskosten durch technischen Fortschritt einen starken Anstieg an Importen aus weniger entwickelten Ländern. Dies führte dazu, dass bis heute die verstärkte Einbindung von Schwellen- und Entwicklungsländern in den Welthandel als mitverantwortlich für die Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation von Geringqualifizierten in Industrieländern gesehen wird.
Inwieweit der internationale Handel die relative Nachfrage nach Geringqualifizierten beeinflusst hat, ist allerdings stark umstritten. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Wirkung der verstärkten weltwirtschaftlichen Integration auf die Arbeitsmärkte in Industrieländern am Beispiel Deutschlands zu untersuchen. In diesem Zusammenhang sollen die Veränderungen der deutschen Außenhandelsstrukturen analysiert, und die durch den Welthandel entstandenen Arbeitsmarkteffekte quantifiziert werden.